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WEIN

Seit 26. Mai 2003 erscheint in der "Wiener Zeitung" wöchentlich die Kolumne "Werfrings Weinjournal". Sie widmet sich schwerpunktmäßig dem österreichischen Rebensaft. Im Vordergrund stehen "Tipps" und aktuelle Entwicklungen; zuweilen werden auch kunst- und kulturhistorische sowie volkskundliche Belange thematisiert. Darüber hinaus findet sich hier in einzelnen Unterkapiteln eine Auswahl von Publikationen zum Thema Wein, die in anderen Medien erschienen sind.

 

Die Mineralik des Nussbergs

Von Johann Werfring

Das Weingut "Rotes Haus" hat sich gemausert. Binnen kurzem stieg es im vergangenen Jahrzehnt zu einem der führenden Wiener Qualitätsbetriebe auf.

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Produktionsleiter Gerhard J. Lobner und Kellermeisterin Barbara Wimmer von den Weingütern Rotes Haus und Mayer am Pfarrplatz.
Foto: Johann Werfring

Vor rund 40 Jahren begann der Aufstieg des Kärntners Hans Schmid zu einem Mogul der österreichischen Werbebranche. Seit dem Kauf des "Roten Hauses" am Wiener Nussberg im Jahr 2001 ist es ihm gelungen, sich in herausragender Weise auch in die Annalen des Wiener Weinbaus einzuschreiben.

In knapp einem Jahrzehnt hat der Ex-Chef der GGK-Agentur ein wirtschaftsmächtiges Weinimperium aufgebaut, das der Reputation des aufstrebenden Wiener Weinbaus noch weiter auf die Sprünge verhilft. Vor allem der Kauf des legendären Heurigen-Weinguts Mayer am Pfarrplatz im Jahr 2007 brachte Schmid in die Schlagzeilen. Mittlerweile ist der Schmid'sche Weingartenbesitz in Wien auf über 50 Hektar angewachsen.

Das "Rote Haus" (der Name kommt von einem rötlichen Häuschen am Nussberg, das einst Landarbeitern als Unterstand diente und heute von Schmid zu Repräsentationszwecken genutzt wird) wird als eigenständiges Weingut geführt; die dazu gehörige Rebfläche wurde seit 2001 von 2,2 auf 9 Hektar erweitert. Die Lagen am Nussberg sind nicht nur, was die schöne Aussicht über Wien anlangt, ideal.

Sowohl die kleinklimatischen Verhältnisse als auch der Bodenmix aus Sandstein, Mergel, Schieferton und Kalk tragen zur Eleganz der Weine bei. Die geradezu erlesene Qualität der Rebensäfte vom Roten Haus konnte kürzlich bei einer Expertendegustation in der Wiener Sky Bar deutlich nachvollzogen werden.

In allen Fällen ist es Produktionsleiter Gerhard J. Lobner und Kellermeisterin Barbara Wimmer gelungen, die Mineralik der Weine einfühlsam herauszuarbeiten. Die salzig-feinwürzige Prägung ist schon beim einfachen "Wiener Gemischten Satz Classic 2009" (mit exotischen Anklängen und grazilem Zuckerspitzel) zu erspüren und kommt beim gediegenen "Wiener Gemischten Satz Reserve 2008" (dieser darf derzeit zu den besten Weinen Wiens gezählt werden) sowie beim "Wiener Gemischten Satz Reserve Obere Schoss 2008" umso trefflicher zur Geltung.

Auch der vom Kalkboden mit subtiler Strenge geprägte "Grüne Veltliner 2009" gefiel vorzüglich: Die hervortretende Mineralik schwingt hier in gewitzter Weise mit dem Säurebogen lange mit. Alles in allem trägt das gute Holzmanagement (Großes Holzfass und Teilbarrique) zur Harmonisierung der Weine vom Roten Haus in gelungener Weise bei.

Am Freitag, den 16. April, 15–22 Uhr, findet in 1190 Wien, Pfarrplatz 2, die 2009er Jahrgangspräsentation vom Roten Haus und Mayer am Pfarrplatz statt.
Auskunft und Anmeldung: Tel. 01/370 33 61


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Artikel erschienen am 09. April 2010
in der Kolumne "Werfrings Weinjournal"
In: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal"
© 2010 Johann Werfring

Tipp- und Satzfehler vorbehalten; die publizierte Onlinefassung kann von der Printfassung im Wortlaut geringfügig abweichen.

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"Werfrings Weinjournal" erscheint seit 26. Mai 2003 wöchentlich in der "Wiener Zeitung".