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WEIN

Seit 26. Mai 2003 erscheint in der "Wiener Zeitung" wöchentlich die Kolumne "Werfrings Weinjournal". Nachfolgend ausgewählte Beiträge.

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15.01.2005

Der NÖ-Spezialist

Von Johann Werfring

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VINOE-Inhaber DI Wolfgang Rausch
Foto: Johann Werfring

Seit fünf Jahren gibt es in der Wiener Josefstadt eine Vinothek, die sich auf das Weinangebot eines einzigen Bundeslandes spezialisiert hat: die "Niederösterreich Vinothek" (VINOE). Inhaber ist Diplomingenieur Wolfgang Rausch, ein gebürtiger Langenloiser, der im Hauptberuf eigentlich Architekt ist. Werktags widmet sich dieser in den späten Nachmittags- und frühen Abendstunden in der Piaristengasse mit viel Freude seinem vinophilen Zweitberuf.

Nachdem der sympathische Baufachmann zunächst einige mit der Weinbranche in Zusammenhang stehende Bauvorhaben verwirklicht hatte (sein Bravourstückerl war gewiss die Neugestaltung des Langenloiser Ursinhauses), entstand die Idee, in Wien eine Vinothek zu gestalten, die ausschließlich mit Tröpfchen aus seinem Heimatland bestückt ist. Das Konzept ist insofern absolut stimmig, weil DI Rausch eine sehr innige Beziehung zu diesem Bundesland hat und von vornherein auf einer Reihe von einschlägigen Kontakten aufbauen konnte. Mehr als hundert Winzer sind derzeit mit über vierhundert Weinen in der VINOE vertreten, zu denen er sehr persönliche Kontakte pflegt, wobei er in den meisten Fällen auch die Betriebe persönlich kennt.

Bereits seit Beginn fördert DI Rausch in erster Linie junge, aufstrebende Winzer, von denen manche derzeit noch echte Geheimtipps sind. Freilich sind auch mancherlei etablierte "Klassiker", etwa der Johanneshof Reinisch aus der Thermenregion oder die Weingüter Jurtschitsch und Loimer aus dem Kamptal vertreten. Insgesamt wird im Angebot aber eine Linie beibehalten, die in einem preislichen Rahmen unter 25 Euro bleibt.

Raritätenverkostungen

Eine Vorliebe hat der Vinothekar auch für ausgesprochene Sortenraritäten wie Neuburger, Zierfandler, Rotgipfler und Roter Veltliner. Einen Schwerpunkt bildet der Grüne Veltliner, der etwa 30 Prozent des Verkaufsvolumens ausmacht. Insgesamt werden etwa 40 Prozent der Weine zu Ab-Hof-Preisen angeboten, der Rest liegt nur knapp darüber. Neben dem Kamptal und dem Donauland ist vor allem das Weinviertel bevorzugt vertreten. Es ist erstaunlich, welch geballte Qualität an Weinviertler Tröpfchen zu extrem niedrigen Preisen in der VINOE versammelt ist.

Jeweils am Donnerstag, ab 19 Uhr, finden in der Piaristengasse Spezialveranstaltungen zu diversen Themen statt. Mehrfach gab es bereits Vergleichsverkostungen zwischen Weinen aus Niederösterreich und anderen Bundesländern oder bestimmten ausländischen Regionen. Daneben stehen mitunter Raritätenverkostungen oder Degustationen von Altweinen auf dem Programm. Manche Veranstaltungen kommen derart gut an, dass sie wiederholt werden müssen, etwa jene zum Thema "Wein und Schokolade". Einmal gab es sogar einen barocken Weinabend und ein andermal stand die "Muse Wein" auf dem Programm. Bei dieser Gelegenheit erfuhr das Publikum unter anderem, welche Weine Goethe, Schiller und Hölderlin bevorzugten. Selbstverständlich präsentieren sich immer wieder auch niederösterreichische Winzer höchstpersönlich in der VINOE. Der Unkostenbeitrag beträgt, je nach Angebot, zwischen 14 und 16 Euro, wobei jeweils auch ein Imbiss inkludiert ist.

Überaus zuwendend und dennoch völlig unaufdringlich widmet sich Wolfgang Rausch, der es als vinophiler Autodidakt zu einer verblüffenden Fachkompetenz gebracht hat, seiner Kundschaft, die sich aus allen möglichen Bevölkerungskreisen zusammensetzt. Ein Vorzug der VINOE ist schließlich deren preisgünstiger Versand, wobei sich Freunde des niederösterreichischen Weins mit einem einzigen Paket ein buntes Sortiment aus allen Regionen des Landes ins Haus liefern lassen können.


VINOE – Die Niederösterreich Vinothek
1080 Wien, Piaristengasse 35
Mo bis Fr 16–19.30 Uhr, Sa 9.30–12.30 Uhr
Tel. 01/402 09 61
www.vinoe.at


Print-Artikel erschienen am 15. Jänner 2005
in der Kolumne "Werfrings Weinjournal"
In: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 21
© 2005 Johann Werfring

Tipp- und Satzfehler vorbehalten; die publizierte Onlinefassung kann von der Printfassung im Wortlaut geringfügig abweichen.

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